Bodengrund

Zunächst sollte das Aquarium einen Bodengrund erhalten, der aus gewaschenem Kies, Sand oder einem sogenannten aktiven Bodengrund besteht.

 

Da Zwerggarnelen eigentlich den ganzen Tag lang auf ihrer Suche nach Futter im Bodengrund herumstochern, empfehlen sich Kiessorten mit einer Körnung zwischen 0,2 mm und 0,4 mm. Der Handel hält speziellen Garnelen-Kies bereit, der abgerundet ist und dadurch die Garnelen vor Verletzungen schützt. Beim Kauf von Kies sollte darauf geachtet werden, dass dieser nicht mit Kunststoff ummantelt ist. Bei bunten Kiessorten mit unnatürlicher Erscheinung ist dies häufig der Fall und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Kunststoffe irgendwann ablösen und das Wasser vergiften.

 

Eine Alternative zu Kies ist ein aquarientauglicher Sandboden. Auch hierin finden Zwerggarnelen ausreichend Futter. Beim Einfüllen von Sand sollte jedoch ganz genau darauf geachtet werden, dass keine „Luftlöcher“ im Bodengrund entstehen. Diese Lufteinschlüsse werden nicht selten zu Fäulnisherden, die zwingend zu vermeiden sind. Am besten gelingt dies, wenn zunächst etwas Wasser in das Becken eingelassen und dann erst der gewaschene Sand eingebracht wird.

 

Für die Haltung und insbesondere zur Zucht empfindlicherer Zwerggarnelen greifen viele auf sogenannte „aktive Bodengründe“ zurück. Diese tragen Namen wie Ada, Soil oder Akadama und werden von vielen verschiedenen Firmen angeboten. In der Regel bestehen diese Bodengründe aus gebranntemTon oder Erdsorten sowie Dünger und haben den Zweck, die Wasserparameter zu verändern.

 

Fast alle Soils entfernen mithilfe des Ionenaustauschprinzips die Karbonathärte aus dem Wasser. Die Karbonathärte wird gebunden, sodass im Umkehrschluss auch der pH-Wert gesenkt und stabilisiert wird. Auch wenn einige aktive Bodengründe zusätzlich mit Huminsäuren und sinnvollen Mineralien angereichert wurden, haben sie einen entscheidenden Nachteil: Aktive Bodengründe verlieren mit der Zeit ihre Funktion und müssen regelmäßig ausgetauscht werden!

 

Ich habe es schon erlebt, dass ein aktiver Bodengrund von heute auf morgen seine Aktivitäten eingestellt hat, sodass die Wasserparameter sich schlagartig zum Nachteil meiner Garnelen verändert haben. Um derartige Probleme zu vermeiden, empfehle ich bei der Nutzung von aktiven Bodengründen einen halbjährlichen Austausch.

Einrichtung eines Garnelenaquariums

Die meisten Zwerggarnelen sind extrem friedliebende Tiere, die sich nicht an Pflanzen oder anderen Aquarieninsassen zu schaffen machen. Dies ist auch einer der Gründe, warum Garnelen ideale Partner für wunderschön gestaltete Aquarien sind. Attraktive Pflanzenbecken erhalten durch Zwerggarnelen etwas mehr Leben und auch Aqua-Scapes gewinnen mit den possierlichen Tieren an Faszination. Nicht zuletzt haben in den letzten Jahren die Nano-Aquarien an Beliebtheit gewonnen, die je nach Größe auch mit attraktiven Mini-Fischen und interessanten Wirbellosen besetzt werden können.

 

Zylinder 15 Liter

 

Es gibt eigentlich wenig, was bei der Einrichtung eines Garnelen-Aquariums falsch gemacht werden kann. Häufig entstehen Probleme nur durch die falsche Pflege, zu wenig Wasserwechsel, falsche Wasserparameter oder schlicht eine nicht optimale Vergesellschaftung.

 

Bei der Einrichtung sollte sich nach meinem Empfinden jeder Gedanken machen, seinen Tieren ein möglichst naturnahes Habitat zu kreieren. Informationen, wie die verschiedenen Garnelenarten in der Natur leben, gibt es dank Internet & Bücher ja zuhauf. Einige Tipps & Tricks habe ich hier dennoch zusammengestellt, die als Inspirationen dienen können und auch sollen.

Außenfilter

Ein Klassiker, den es für alle Aquariengrößen gibt, ist der Außenfilter. Als relativ großes Gerät findet der Außenfilter in der Regel im Aquarienschrank unterhalb des Beckens seinen Platz. Vom Aquarium aus führt dann ein Schlauch mit Ansaugrohr und Ansaugkorb zum Schutz der Aquarienbewohner zum Pumpenkopf des Außenfilters. Die Pumpen saugen das Aquarienwasser an und führen es durch den Filtertopf, der mit verschiedenen Filtermaterialien in Körben und Filtermatten ausgestattet ist. Das so gereinigte Wasser wird vom Außenfilter dann wieder bis in das Aquarium hochgepumpt und durch einen Wasserauslass dem Becken wieder zugeführt.

 

Außenfilter sind häufig sehr leistungsstark und bieten je nach Kapazität des Filtertopfes auch genug Platz für Tonröhrchen, Zeolithgestein und andere Filtermaterialien mit großer Oberfläche für Filterbakterien. Sie arbeiten demnach mechanisch und biologisch. Ein Nachteil von Außenfiltern ist der regelmäßig hohe Energieverbrauch und auch bei diesen Filtern besteht das Problem mit den durch den Ansaugkorb passenden Garnelen. Für große Aquarien mit Fischbesatz oder großen Wirbellosen sind Außenfilter jedoch durchaus zu empfehlen.

 

Oft werde ich auf Probleme mit Außenfiltern angesprochen. In der Regel besitzen diese Aquarianer dann einen sehr leistungsstarken Filter, der rund um die Uhr auch auf voller Leistung läuft. Bei voller Duchflussmenge und Duchflussgeschwindigkeit haben jedoch die Filterbakterien kaum Gelegenheit, sich im Filtermaterial anzusiedeln, sondern werden von der Kraft des Wassers immer wieder in den Wasserkreislauf gespült. Wer also eine optimale biologische Filterung auch mit seinem Außenfilter erreichen möchte, der sollte einfach mal die Durchflussgeschwindigkeit etwas drosseln!