Häutung & Häutungsprobleme

Das Außenskelett von Zwerggarnelen besteht aus Chitin, Athropodin sowie Mineralien und ist nur minimal flexibel. Damit Zwerggarnelen wachsen können, müssen sie sich also von ihrer alten Haut befreien.

 

Wird es der Garnele in ihrer eigenen Haut zu eng, leitet die Häutungsdrüse durch Ausschüttung des Hormons Ecdyson den Häutungsvorgang ein. Dadurch werden der Haut Mineralien entzogen, was sie weicher macht und zugleich einen Mineralien-Vorrat für die neue Haut bietet. Zeitgleich bildet sich unter der alten Haut schon der neue Panzer.

 

Der Häutungsvorgang selbst geschieht unglaublich schnell und ist innerhalb weniger Sekunden geschehen. Die alte Haut bricht am Carapax (hinter dem Kopf) auf und der komplette Garnelenkörper zieht sich heraus. Der neue Garnelenpanzer ist jedoch zu diesem Zeitpunkt noch sehr weich, sodass sich die Tiere bis zur Aushärtung gerne verstecken. Besonders interessant ist es, dass bei der Häutung auch fehlende Gliedmaßen wieder nachwachsen können.

 

Im Becken liegt nun die alte Haut (Exuvie), die auch erfahrene Aquarianer immer wieder mit ihrem transparenten und bis in das kleinste Detail ausgeprägten Abbild begeistert. Die Exuvie sollte jedoch im Aquarium verbleiben, da Zwerggarnelen sie verspeisen und dadurch ihren Mineralienhaushalt wieder regulieren.

 

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Die jeweiligen Intervalle, in denen sich Zwerggarnelen häuten, variieren von Art zu Art und haben auch mit dem Alter der Tiere etwas zu tun. Während sich junge Zwerggarnelen alle vier bis sechs Wochen häuten, weil sie schlicht wachsen müssen, sind die Häutungsintervalle bei ausgewachsenen Tieren oder Großarm- und Fächergarnelen weitaus länger. Einen Einfluss auf die Häutungsintervalle haben auch Wassertemperaturen und Temperaturschwankungen. Höhere Temperaturen begünstigen das Wachstum bei vielen Zwerggarnelen und auch Wasserwechsel mit kühlerem Aquarienwasser stehen in Verdacht, die Tiere zu Häutungen anzuregen.

 

Das leidige Thema Häutungsprobleme

 

Immer wieder werden für Ausfälle in Aquarien Häutungsprobleme als Ursache herangezogen. Es heißt sehr oft, dass eine zu proteinhaltige Fütterung zu verfrühten Häutungen führt.

 

Auch wenn Zwerggarnelen generell nicht zu proteinlastig ernährt werden sollten, sind mir derartige Ausfälle völlig unbekannt. Im Gegenteil: die in meinen Krebsbecken lebenden Garnelen futtern reichlich von dem naturgemäß proteinlastigen Krebsfutter, ohne dass sie jemals Häutungsprobleme hatten oder verstorben sind. Allerdings musste ich feststellen, dass gerade diese Garnelen eine enorme Größe entwickelt haben.

 

Ein echtes Häutungsproblem besteht – oder vielmehr bestand – dann, wenn die Garnele in ihrer alten Panzerung steckengeblieben ist und deshalb verstorben ist. Eine Zwerggarnele, die ersichtlich während der Häutung verstorben ist und noch halb in ihrem alten Panzer steckt, habe ich all den Jahren meiner Zuchtarbeit noch nicht entdecken können. Häutungen sind für die Garnele schlicht anstrengend und wenn eine Garnele während der Häutung stirbt, war sie vielleicht schon aus anderen Gründen geschwächt. Es ist daher meiner Meinung nach nicht richtig, alle potenziellen Probleme einfach auf Häutungsprobleme zu schieben.

 

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