Wurzeln & Holz

In der Natur leben Zwerggarnelen in den unterschiedlichsten Gewässern vom kleinen Bach bis hin zu großen Seen. In fast allen Gewässern findet man jedoch Holz und in dessen Nähe dann auch häufig die Garnelen, die fleißig Stämme, Zweige und Wurzeln regelrecht „abweiden“.

 

Amanogarnelen bei der Arbeit.

Insbesondere Wurzelhölzer haben sich in der Aquaristik bewährt und werden beispielsweise auch von Ancistrus-Arten und anderen Welsen abgeraspelt. Zwerggarnelen vertilgen dabei nicht nur das mühevoll von der Wurzel abgelöste Holz, sondern machen sich mit Vorliebe über den mit Mikroorganismen vollgestopften Bakterienteppich her, der sich manchmal als „weißer Schleim“ auf der frisch in das Aquarium eingebrachten Wurzel bemerkbar macht.

 

Neben der adäquaten Bereicherung des Speiseplans bieten Wurzeln und Hölzer mit ihren oft bizarren Formen eine dekorative Ergänzung des Aquariums und dienen vielen Bewohnern als Versteckmöglichkeit und Unterschlupf. Nicht zu vergessen ist dabei jedoch der Aspekt, dass Wurzeln und Hölzer Huminsäuren und Gerbstoffe an das Aquarienwasser abgeben, was mitunter Einfluss auf Wasserwerte, Schleimhäute oder den allgemeinen optischen Zustand des Beckens haben kann.

 

Folgende Wurzeln und Hölzer eignen sich für das Aquarium:

 

  • Mangrove

    Die braun bis rötlichen Mangrovenwurzeln mit rauer Oberfläche zählen zu den Harthölzern und können dennoch von vielen Aquarienbewohnern gut abgeraspelt werden. Mangrovenwurzeln verfügen jedoch über eine hohe Konzentration an Tannin und können das Aquarienwasser eintrüben, sofern sie nicht ausreichend gewässert wurden.

  • Moorkienholz

    Das braune Moorkienholz stammt aus uralten Mooren und ist reich an Gerb- und Huminsäuren, was im Aquarium zu einer Senkung des pH-Wertes führen und sich positiv auf Schleimhäute von Fischen auswirken kann. Auch dieses Holz sollte zunächst ausgiebig gewässert werden.

  • Mopani

    Mopani-Holz stammt aus dem afrikanischen Buschland und besticht durch eine mehrfarbige Optik in hellen und dunklen Brauntönen. Mopani-Holz gehört zu den härtesten Holzsorten und sinkt im Aquarium sofort ab.

  • Savannen-Holz

    Dieses Holz mit interessanter Rosettenstruktur stammt ebenfalls aus Afrika und gelangt in getrockneter sowie mit Sandstrahlen bearbeiteter Form in den Handel. Auch Savannen-Holz ist sehr schwer und sinkt schnell bis auf den Aquarienboden. Im Gegensatz zu vielen anderen Hölzern enthält echtes Savannen-Holz kaum Gerbstoffe.

  • Vuka-Holz

    Eine – wie ich finde – sehr interessante und dekorative Alternative zu großen Wurzeln sind Vuka Hölzer. Ursprünglich in der Terraristik angesiedelt, setze ich die hohlen und mit zahlreichen Löchern versehenen Vuka-Hölzer zur Freude meiner Tiere in fast allen Becken ein. Vuka-Hölzer sind nichts anderes als getrockente Skelette von Säulenkakteen, die in unbehandelter Form im Aquarium eine attraktive Dekoration darstellen und zugleich den Speiseplan der Bewohner sinnvoll erweitern. Aus Überzeugung habe ich mir einen Vorrat an Vuka-Holz angelegt, der bald auch im Shop erhältlich sein wird.


Viele begeisterte Nano-Aquarianer nutzen auch Fingerwurzeln, Bambus sowie Äste einheimischer Laubbäume, die durch Aufbinden von Moosen zu dekorativen und nützlichen Garnelen-Bäumchen werden. Ich rate generell dazu, ausnahmslos trockenes und kurz überbrühtes Holz bekannter Holzarten für derartige Kreationen zu nutzen. Hölzer mit einem hohen Anteil an Harzen (Nadelbäume etc.) haben beispielsweise nichts in einem Aquarium zu suchen!
 

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